Fragestellungen

Gefragt und geantwortet.

Fragen an Stephan Blumenthal und seine Antworten darauf.

Fragenübersicht

Fragen aus der Presse, Juli 2026

Wo können Strausbergerinnen und Strausberger Sie treffen, mit Ihnen ins Gespräch kommen und Sie erreichen?

Bürgernähe begann für mich nicht mit der Kandidatur.

Wie bisher treffen Sie mich dort, wo Strausberg lebt. Bei Veranstaltungen, im Sport, in Vereinen, beim Einkaufen, ganz einfach im Alltag unserer Stadt. In den kommenden Wochen werde ich außerdem in den verschiedenen Stadtteilen unterwegs sein und zu persönlichen Gesprächen einladen. Die Termine veröffentliche ich auf meiner Website und in den sozialen Medien. Dort erreichen Sie mich auch direkt.

Was unterscheidet Sie von Ihren Mitbewerbern?

Ideen gibt es viele. Entscheidend ist, wer sie auch umsetzen kann.

Ich führe seit vielen Jahren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als Diplom-Finanzwirt kenne ich Verwaltung, Recht und öffentliche Finanzen aus der täglichen Arbeit. Durch meine handwerkliche Ausbildung weiß ich außerdem, dass eine Lösung nicht nur gut klingen, sondern praktisch funktionieren muss. Seit gut 20 Jahren übernehme ich in meiner Freizeit Verantwortung für Strausberg. In der Kommunalpolitik, als Kinder- und Jugendtrainer, in Wirtschaftsverbänden und als Dozent. Daher kenne ich unsere Stadt, ihre Einrichtungen, Vereine und Herausforderungen wirklich und nicht erst seit Beginn dieser Kandidatur. Die Strausbergerinnen und Strausberger können von mir erwarten, dass ich Interessen zusammenbringe und Lösungen entwickle, die funktionieren und bezahlbar bleiben.

Was sagen Sie Menschen, die nach der annullierten ersten Bürgermeisterwahl der Kommunalpolitik und Verwaltung nichts mehr zutrauen oder sogar misstrauen?

Vertrauen entsteht nicht durch Beschwichtigungen. Es entsteht durch saubere Arbeit.

Die vergangenen Monate haben viele Menschen belastet. Der nächste Bürgermeister muss die Vorgänge sorgfältig aufarbeiten und für verlässliche Abläufe sorgen. Viele Strausbergerinnen und Strausberger blieben allerdings schon bei der ersten Wahl zu Hause. Das war noch vor der Diskussion über eine Annullierung. Für mich zeigt das, dass sich viele von der damaligen Auswahl nicht ausreichend angesprochen oder überzeugt fühlten. Ich war bei der ersten Wahl kein Kandidat. Diesmal gibt es eine neue Wahlmöglichkeit. Diese Wahl ist deshalb mehr als eine Wiederholung. Sie ist die Chance für einen echten Neuanfang. Nutzen Sie diese Chance und gehen Sie wählen.

Welches Thema wurde im Wahlkampf aus Ihrer Sicht bislang zu wenig diskutiert?

Über Ideen wird viel gesprochen. Über Umsetzung zu wenig.

Strausberg braucht die Fähigkeit, aus guten Vorschlägen sichtbare Ergebnisse zu machen. Dafür braucht es eine gut geführte Verwaltung und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Menschen sollen das im Alltag merken. Sie sollen wissen, wer für ihr Anliegen zuständig ist, wie es weitergeht und wann sie mit einer Antwort rechnen können.

Die Handlungsfähigkeit des Rathauses entscheidet darüber, ob wirksame Maßnahmen zum Schutz unseres Sees umgesetzt, eine Straße saniert, ein Schulgebäude modernisiert oder ein Parkplatz geschaffen wird. Ich trage seit vielen Jahren Verantwortung für Mitarbeiter und Ergebnisse und weiß, wie man Menschen stärkt und gemeinsam etwas erreicht.

Welche drei Themen haben für Sie oberste Priorität?

Strausberg auf die kommenden Jahre vorbereiten.

Erstens möchte ich Strausberg als Gesundheitsstadt der Generationen stärken. Medizin, Pflege, Therapie, Prävention und Bewegung müssen gemeinsam gedacht werden. Das schafft Arbeitsplätze, stärkt die Versorgung und macht unsere Stadt für Familien, Fachkräfte und ältere Menschen dauerhaft lebenswert.

Zweitens muss Strausberg im Alltag besser funktionieren. Die Menschen wollen morgens zur Arbeit kommen, am Abend einen Parkplatz finden und bei einem Anliegen eine verlässliche Antwort erhalten. Wohnen, Verkehr, Schulen, Verwaltung und Stadtentwicklung dürfen nicht getrennt betrachtet werden. Einzelne Ideen gibt es genug. Jetzt müssen sie zusammenpassen und umgesetzt werden.

Drittens möchte ich die Menschen stärken, die Strausberg tragen. Unsere Stadt lebt von denen, die Verantwortung übernehmen, anderen helfen und Dinge selbst in die Hand nehmen. Diese Kräfte müssen besser verbunden und unterstützt werden. Was dafür nötig ist, kenne ich aus vielen Jahren eigener Einsatzbereitschaft. Stephan Blumenthal steht für Erfahrung, klare Führung und sichtbare Ergebnisse.

Fragen aus der Presse, August 2026

Was haben Sie für die ersten 100 Tage nach Amtsantritt auf Ihrer Agenda, was wollen Sie direkt auf den Weg bringen?

Eine Schonfrist wird es nicht geben. Schon in den ersten 100 Tagen stehen Entscheidungen an, die für Strausberg auf Jahre wichtig sind. Ein Bürgermeister kommt zwar mit eigenen Ideen ins Rathaus. Zunächst übernimmt er aber die laufenden Geschäfte. Zum Jahresende werden wichtige Weichen für unsere künftige Wasser- und Abwasserversorgung gestellt. Dabei geht es um etwas sehr Grundsätzliches. Wasser muss für Strausberg auch morgen sicher und bezahlbar bleiben. Gleichzeitig wird die Krankenhausversorgung in Brandenburg neu geordnet. Eine gute medizinische Versorgung gehört zu einer Stadt, in der Menschen gerne leben und alt werden. Auch im Rathaus sind erste Veränderungen spürbar. Erste Verbesserungen der Arbeitsbedingungen sind umgesetzt, Entscheidungswege geklärt und der Haushalt für 2027 ist beschlussreif. Die ersten Wohngebiets- und Verkehrsbegehungen sind durchgeführt. Bekannte Probleme sind vor Ort geprüft, Lösungen festgelegt und erste Dinge erledigt.

Die Arbeit eines Bürgermeisters ist auch die Stadt Strausberg nach außen zu präsentieren. Die Hauptaufgabe ist es jedoch, die Stadtverwaltung mit den immerhin 350 Angestellten in verschiedensten Funktionen zu leiten. Was qualifiziert Sie dazu, diese Arbeit zum Wohle der Einwohner gut auszuführen?

Die Menschen dürfen sich auf mich freuen. Vom Reservistenverein bis zum KSC, von der Vorstandsarbeit bis zum Streckenposten beim Strausseelauf. Seit meiner Jugend lebe ich Strausberg aktiv und spüre, was gut läuft und was nicht. Zudem gehören Führung, klare Entscheidungen, rechtssichere Abläufe und der sichere Umgang mit öffentlichen Finanzen seit Jahren zu meinem Berufsalltag. Viele Jahre Führungserfahrung sammelte ich bei der Bundeswehr, als Sachgebietsleiter im Finanzamt und als Vorsitzender der MIT Märkisch-Oderland, einem politischen Wirtschaftsverband. Dabei habe ich mich noch nie hinter Gutachten oder Vorschriften versteckt, sondern stets Verantwortung übernommen und mich vor die Beschäftigten gestellt. Durch meine Selbstständigkeit, meine Tätigkeit im Aufsichtsrat und in der Stadtverordnetenversammlung kenne ich auch die andere Seite. Ich weiß, wie Verwaltungsentscheidungen entstehen und wie sie draußen bei den Menschen ankommen. Diese Erfahrung gibt mir einen klaren Blick für Abläufe und Entscheidungen. Welche Herausforderungen morgen auf Strausberg zukommen, wissen wir heute noch nicht in Gänze. Neuen Herausforderungen begegne ich mit Souveränität. Diese Sicherheit brauchen wir Strausbergerinnen und Strausberger ebenso wie die Beschäftigten, die unsere Verwaltung tragen.

Wo setzen Sie Ihre Prioritäten bei der Stadtinnenentwicklung, ohne den Wasserhaushalt des Straussees (beispielsweise durch zusätzliche Versiegelungen und steigenden Wasserverbrauch durch Zuzug) weiter zu gefährden?

Strausberg kann wachsen, ohne dass wir dafür jeden freien Quadratmeter zubauen. Innenentwicklung hat viele Vorteile und ist im Baugesetzbuch auch so vorgesehen. Das heißt, vorhandene Flächen besser zu nutzen. Wasser, Wohnen und Lebensqualität müssen zusammenpassen. Ich habe bei genau diesem Zielkonflikt schon Haltung gezeigt, als es Geld gekostet hat. Als Stadtverordneter habe ich mich bei Bauplänen dafür eingesetzt, dass weniger Flächen versiegelt und mehr Regenwasser auf den Grundstücken gehalten werden. Genug gute Ideen liegen auf dem Tisch. Ich bringe die Erfahrung und die Entschlossenheit mit, diese Grundsätze bei den nächsten Planungen auch durchzusetzen.

In Strausberg gehören die SWG und die hiesigen Genossenschaften (WBG Aufbau und Neues Wohnen) zu den größten Vermietern. Sie verfügen über einen enormen Alt-Wohnbestand, was in den einzelnen Wohnarealen zu enormen Parkplatzproblemen führt. Wie ist Ihr Lösungsansatz?

Strausberg ist eine Pendlerstadt. Viele Menschen sind auf das Auto angewiesen. Gleichzeitig ist jeder zusätzliche Parkplatz auch Fläche, die an anderer Stelle fehlt. Beides gehört zur Wahrheit. Deshalb wird es nicht die eine Lösung für ganz Strausberg geben. Jedes Wohngebiet braucht eine passende Antwort. Für einzelne Bereiche habe ich bereits konkrete und finanzierbare Lösungen entwickelt. Sie zeigen, dass zusätzlicher Parkraum und ein gutes Wohnumfeld zusammenpassen können. Jetzt geht es darum, daraus etwas zu machen.

Auf dem Territorium der Stadt Strausberg haben sich viele Gewerbebetriebe angesiedelt. Mit welcher Strategie wollen Sie deren Entwicklung vorantreiben?

Unternehmer wissen selbst am besten, wie sie ihr Unternehmen entwickeln. Ich bin nebenbei selbstständig und war viele Jahre Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung MOL. Deshalb weiß ich, was Betriebe von einer Stadt brauchen. Gute Bedingungen und eine Verwaltung, die nicht zur Bremse wird. Wenn eine Genehmigung gebraucht wird, muss sie zügig bearbeitet werden. Wenn es ein Problem mit der Stadt gibt, braucht es einen erreichbaren Ansprechpartner und eine klare Entscheidung. Und wenn keine Hilfe gebraucht wird, darf man Unternehmen auch einfach machen lassen. Vernetzt sind unsere Gewerbetreibenden längst. Ich kenne viele dieser Netzwerke seit Jahren und bleibe dort auch weiterhin persönlich ansprechbar.

Die Elektromobilität nimmt deutschlandweit immer mehr Raum ein — wo sehen Sie in und für Strausberg Handlungsbedarf?

Wer sein Auto zu Hause laden kann, braucht die Stadt dafür kaum. Wer aber im vierten Stock wohnt, kann kein Ladekabel aus dem Fenster zum Parkplatz legen. Genau dort sehe ich Handlungsbedarf. Der Gesetzgeber verpflichtet bei Neubauten und größeren Sanierungen ohnehin zunehmend dazu, Ladeinfrastruktur mitzudenken. Wenn wir vorhandene Parkflächen neu ordnen oder neue schaffen, wird die Ladeinfrastruktur von Anfang an mitgedacht. Das erspart später teure Umbauten und hält uns flexibel. Spannend ist, dass sich Mieterstrom, Solarenergie und Ladestrom heute miteinander verbinden lassen. Die Technik ist da, die gesetzlichen Möglichkeiten sind da und wir haben sogar die passenden Unternehmen hier in Strausberg. Die Bausteine sind also vorhanden. Ich kann sie zusammenbringen und daraus eine umsetzbare Lösung machen.

Wie wollen Sie die Stadtverwaltung reformieren, damit sie weiterhin bürgernah und doch digitaler fungiert?

Eine Reform braucht es dafür nicht. Vieles funktioniert heute schon gut, besonders im Bürgerbüro. Termine gibt es kurzfristig, vieles geht ohne Termin und manches bereits online. Das soll so bleiben. Wer persönliche Hilfe braucht und lieber mit einem Menschen spricht, bekommt sie auch weiterhin. Digitalisierung muss den Alltag einfacher machen. Mein Ziel ist, dass die Menschen möglichst viele Angelegenheiten über einen Zugang erledigen können. Antrag stellen, Hilfe bekommen, Unterlagen einreichen und Bescheide erhalten. Weniger Wege für die Bürger und weniger Rückfragen für die Verwaltung. Ich habe selbst in verschiedenen Behörden und Finanzämtern gearbeitet und weiß, wie unterschiedlich weit Verwaltungen bei der Digitalisierung sind. Deshalb will ich vorhandene Lösungen zusammenführen, statt immer neue Insellösungen zu schaffen. Mit meiner Erfahrung kann Strausberg hier vorne mit dabei sein. Die Technik dafür ist weiter, als viele wissen. Die BundID wird zur DeutschlandID weiterentwickelt. Für Unternehmen funktioniert mit dem ELSTER-basierten Konto bereits ein gemeinsamer Zugang zu Verwaltungsleistungen. Mit dem Once-Only-Prinzip sollen Bürger künftig nicht immer wieder dieselben Nachweise bei verschiedenen Behörden einreichen müssen. Und mit F13 steht bereits eine in Deutschland speziell für Verwaltungen entwickelte KI zur Verfügung.

Die Lebenshaltungskosten und Aufwendungen steigen im Allgemeinen. Auch die Kommunen haben steigende Kosten und Aufwendungen, beispielsweise Personalkosten, Planungs- und Baukosten etc., und weitere Herausforderungen zu bewältigen. Wie ist Ihre Strategie?

Als Diplom-Finanzwirt bringe ich für solche Entscheidungen eine starke fachliche Grundlage mit. Meine Strategie ist nicht, einfach weniger auszugeben. Dauerhafte Ausgaben brauchen eine dauerhafte Finanzierung. Bei Investitionen zählt nicht nur der Kaufpreis, sondern auch, was Betrieb und Unterhaltung in den nächsten Jahren kosten. Fördermittel sind dann sinnvoll, wenn Strausberg auch die Folgekosten tragen kann. Notwendige Instandhaltung muss rechtzeitig erfolgen, bevor aus einer kleinen Reparatur ein großes und teures Problem wird. Eine Stadt kann jeden Euro nur einmal ausgeben. Deshalb müssen wir klare Prioritäten setzen und das Geld vernünftig einsetzen, wo es für Strausberg dauerhaft am meisten bewirkt.

Derzeit wohnen in Strausberg über 28.000 Einwohner, viele von ihnen sind über 55 Jahre alt. Die Zahl der Rentner und Pensionäre wächst, einige bedürfen Betreuung und Pflege. In einigen Bereichen gibt es wenig Fachärzte. Was wollen Sie auf den Weg bringen, um alle Menschen nach ihren Bedürfnissen zu versorgen?

Versorgung bedeutet nicht für jeden dasselbe. Wer älter wird, möchte möglichst lange selbstständig in Strausberg leben. Wer Pflege braucht, muss Unterstützung finden. Und wer einen Facharzt braucht, möchte nicht erst die halbe Region abfahren. Mit dem Pakt für Pflege haben wir bereits ein gutes Instrument. Das will ich gezielt für Angebote nutzen, die Menschen und Angehörige im Alltag wirklich entlasten. Bei Ärzten muss man ehrlich sein. Die Stadt vergibt keine Arztsitze. Aber die Standortfaktoren können wir beeinflussen. In der Gesundheits- und Bewegungsbranche gibt es bereits die Idee, Strausberg zu einer Gesundheitsstadt der Generationen weiterzuentwickeln. Diesen Ansatz halte ich für richtig und will ihn konsequent weiterverfolgen. Das kann für Strausberg richtig gut werden.

Die Strausberger Geburtsklinik wurde in der Mitte des Jahres geschlossen, weil zu wenig Kinder zur Welt kommen. Im Juli wurde sogar eine Kita geschlossen. Was wollen Sie unternehmen, dass diese Entwicklung umgekehrt wird?

Die Schließung unserer Geburtshilfe tut mir wirklich weh. Künftig werden im Strausberger Krankenhaus keine Kinder mehr geboren. Damit verlieren wir ein Stück Strausberger Identität. Zudem fehlt nun ein wichtiger Teil der medizinischen Ausbildung am Standort. Das macht es noch schwerer, junge Ärztinnen und Ärzte für Strausberg zu gewinnen und hier zu halten. Auch die Schließung einer Kita macht mich traurig. Vor wenigen Jahren fehlten uns Plätze und Personal. Wir haben investiert, saniert und Menschen ausgebildet. Heute müssen wir wieder abbauen, was wir mühsam aufgebaut haben. Mir ist wichtig, dass wir unsere gut ausgebildeten Erzieherinnen trotzdem in Strausberg halten und ihnen eine sichere Perspektive geben. Kinderzahlen lassen sich nicht per Beschluss erhöhen. Aber wir können dafür sorgen, dass junge Menschen in Strausberg bleiben, zurückkommen und hier ihre Familien gründen. Dazu müssen wir auch ehrlich zu uns selbst sein. Kinderfreundlichkeit zeigt sich nicht in schönen Worten, sondern im Alltag. Kinder spielen. Jugendliche treffen sich. Und manchmal sind sie laut. Wer eine lebendige Stadt mit Familien will, muss das auch mal aushalten und ihnen Raum geben. Strausberg hat dafür so viel zu bieten. Wohnen, Kitas, Schulen, medizinische Versorgung, Arbeit, Sport und Freizeit gehören zusammen. Mein schönster Erfolg wäre, wenn wir die Fachkräfte bei uns halten und die Plätze und Kapazitäten schon bald wieder dringend brauchen.

Wie kann die Stadt Strausberg Mehreinnahmen generieren?

Als Diplom-Finanzwirt sehe ich hier meine Kernkompetenz. Beim Haushalt lohnt sich immer der Blick auf beide Seiten, Einnahmen und Ausgaben. Bevor wir Bürger und Unternehmen stärker belasten, fallen mir bessere Wege ein. Nur kurz so viel. Wir können prüfen, ob wir einzelne Leistungen unter Wert anbieten, ob wir bei unseren Ausgaben genug für unser Geld bekommen und welches Potenzial noch in unseren städtischen Gesellschaften steckt. Insgesamt sehe ich eine zweistellige Zahl konkreter Stellschrauben. Und wenn es gelingt, Strausberg als Wirtschaftsstandort und als Gesundheitsstadt der Generationen weiterzuentwickeln, kommen weitere hinzu. Gründe für Steuererhöhungen sehe ich derzeit keine. Zwei unserer wichtigen Einnahmequellen wachsen bereits mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Steigen Einkommen und Unternehmensgewinne, partizipiert die Stadt automatisch. Entscheidend ist für mich, dass aus jedem Euro möglichst viel für Strausberg wird.

Welche freiwilligen Leistungen besitzen für Sie Priorität?

Freiwillige Leistungen sind oft genau das, was eine Stadt lebenswert macht. Und was wichtig ist, sieht für jeden anders aus. Für den einen ist es die Begegnungsstätte, für den anderen der Sportplatz. Familien brauchen andere Angebote als Senioren, Jugendliche andere als Erwachsene. Darum gibt es für mich keine Rangliste. Meine Priorität ist, das zu bewahren, was Strausberg trägt, von den Menschen genutzt wird und unsere Stadt lebenswert macht. Vereine, Sport, Kultur, Begegnung und Angebote für Jung und Alt gehören dazu. Was Strausberg ausmacht und den Menschen hier wichtig ist, soll auch eine Zukunft haben.

In den letzten Jahren war ein immer größer werdender Graben zwischen Rathausspitze und der Stadtverordnetenversammlung zu beobachten. Wie wollen Sie die Kommunalpolitik wieder hinter der Rathausspitze vereinen und die Akteure von Ihren Visionen überzeugen?

Einen Graben sehe ich nicht. Und schon gar keinen, den man nicht überwinden kann. Rathaus und Stadtverordnete haben unterschiedliche Aufgaben. Aber am Ende arbeiten beide für dieselben Menschen. Die Stadtverordneten greifen Wünsche und Probleme oft schneller auf, als die Verwaltung sie umsetzen kann. Der Bürgermeister muss daraus einen gangbaren Weg machen. Es braucht mehr Mut und weniger Absicherung. Nicht jeder gute Gedanke braucht erst einen neuen Prüfauftrag und noch ein Gutachten. Gutachten helfen. Vorschriften geben den Rahmen. Aber am Ende müssen Menschen entscheiden und dafür geradestehen. Genau diese Erfahrung bringe ich mit. Ich kenne Verwaltung, Kommunalpolitik und Aufsicht aus eigener Praxis. Ich will wieder hin zu mehr Eigenverantwortung auf beiden Seiten. Klar sagen, was erreicht werden soll. Den möglichen Weg aufzeigen. Entscheiden. Umsetzen.

Der oder die zukünftige Bürgermeister/in hat einen Sitz im Vorstand des WSE. Welche Strategie verfolgen Sie bezüglich des WSE und der Mitgliederversammlung?

Das Thema Wasser beschäftigt mich seit vielen Jahren. Dabei habe ich mir nie nur eine Seite angehört. Ich habe technische Besichtigungen sowohl beim WSE als auch im Klärwerk gemacht, mich mit dem Umweltamt und dem ZALF in Müncheberg ausgetauscht und auch die Arbeit der Bürgerinitiative zur Erhaltung des Straussees über Jahre aufmerksam verfolgt. So kenne ich die unterschiedlichen Sichtweisen und kann unsere Interessen souverän vertreten. Beim WSE stehen gleich mehrere große Entscheidungen an. Zum Jahreswechsel ändert sich die Preisstruktur beim Trinkwasser. Gleichzeitig braucht die Region eine langfristige Lösung für die Abwasserentsorgung, weil Münchehofe an seine Grenzen kommt. Und über allem steht die Frage, wie unsere Wasserversorgung auch künftig sicher bleibt. Strausberg ist das größte Verbandsmitglied. Wir entscheiden nicht allein, haben aber Gewicht. Dieses Gewicht werde ich für unsere Interessen nutzen.

Wo sehen Sie Strausberg in 8 Jahren?

Strausberg bleibt Strausberg. Es sieht gepflegt und lebendig aus. Und hier ist wieder was los.

Themenkreise aus der Presse, August 2026

Themenkreis Klimaanpassung: Wie wollen Sie Strausberg an Hitze und Trockenheit anpassen und den Wasserhaushalt sichern?

Der seit 2020 fehlende Hitzeschutzplan zeigt, dass Strausberg weniger ein Erkenntnisproblem als ein Umsetzungsproblem hat. Ich werde ihn mit klaren Zuständigkeiten, Prioritäten und Fristen fertigstellen lassen. Hitzeschutz, Regenwasserrückhalt, Entsiegelung und Stadtentwicklung müssen dabei gemeinsam betrachtet werden. Die Folgen früherer Versiegelung und Entgrünung sind sichtbar. Bei künftigen Vorhaben dürfen Wasserhaushalt und Stadtgrün deshalb nicht länger nachrangig behandelt werden.

Als größtes Mitglied des WSE muss Strausberg sein Gewicht in der Verbandsversammlung für eine sichere und bezahlbare Wasserversorgung sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser einsetzen. Mit dem Wasserhaushalt rund um den Straussee befasse ich mich seit Jahren. Frühere Gespräche, Besuche und Beiträge dazu sind auf meiner Webseite dokumentiert. Für den Straussee gebe ich dennoch keine unseriöse Pegelgarantie. Als Bürgermeister werde ich aber dafür sorgen, dass vorhandene Untersuchungen endlich in belastbare Entscheidungen und wirksame Maßnahmen überführt werden.

Themenkreis Kommunalfinanzen: Wie gehen Sie mit dem Geld der Stadt um und welchen Stellenwert haben freiwillige Leistungen?

Als Diplom-Finanzwirt, Führungskraft in der Finanzverwaltung und ehemaliger Stadtverordneter weiß ich, wie wichtig der verantwortungsvolle Umgang mit dem Geld der Stadt ist. Freiwillig heißt für mich nicht unwichtig. Vereine, Sport, Kultur, Angebote für Kinder, Jugendliche und Senioren sowie Orte der Begegnung machen Strausberg lebenswert. Sie sollen verlässlich unterstützt werden. Dabei gilt für mich Augenmaß. Wo sich Angebote überschneiden oder gleiche Leistungen mehrfach vorgehalten werden, muss die Stadt genauer hinschauen. Gute Haushaltsführung schützt das Wichtige und sichert es langfristig. Ich sehe konkrete Möglichkeiten, neue Einnahmen zu erzielen, Fördergelder besser zu nutzen und Abläufe einfacher und günstiger zu machen. Einige davon werde ich in den nächsten Tagen auf meinen Kanälen vorstellen.

Themenkreis Bildung und frühkindliche Entwicklung: Wie wollen Sie auf sinkende Kinderzahlen und freie Kita-Plätze reagieren?

Eine Stadt, der auf Dauer die Kinder fehlen, verliert ihre Zukunft. Mein erster Ansatz ist deshalb nicht, den Rückgang zu verwalten. Unser Ziel muss sein, Strausberg so attraktiv für junge Familien zu machen, dass die Kita-Plätze wieder gebraucht werden. Eine Stadt kann keine Geburten anordnen. Sie kann aber mit verlässlichen Kitas, bezahlbarem Wohnraum, sicheren Wegen und guten Freizeitangeboten dafür sorgen, dass junge Menschen bleiben und Familien zuziehen. Freie Kita-Plätze sind deshalb zunächst ein Standortvorteil und nicht nur ein Kostenfaktor. Sie ermöglichen kleinere Gruppen und eine verlässlichere Betreuung. Das hilft Eltern, Familie und Beruf zu vereinbaren. Örtlichen Arbeitgebern hilft es, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Schließungen sind für mich die letzte Möglichkeit.

Themenkreis Wohnen, Bauen und Stadtentwicklung: Wie soll sich Strausberg beim Wohnen und Bauen weiterentwickeln und wie bleiben die Mieten bezahlbar?

Neue Wohnungen allein machen Strausberg noch nicht besser. Kitas, sichere Wege und die medizinische Versorgung müssen mitwachsen. Wohnen muss dabei bezahlbar bleiben. Neue Vorhaben dürfen unseren Wasserhaushalt nicht überfordern und die Parkplatzsituation nicht weiter verschärfen. Das Konzept einer Gesundheitsstadt der Generationen verbindet Wohnen mit Medizin, Pflege, Vorsorge, Bewegung und Barrierefreiheit. Damit lassen sich zukunftssichere Arbeitsplätze schaffen. So bleibt Strausberg für junge Familien ebenso attraktiv wie für ältere Menschen.

Bei den Mieten hat Strausberg einen großen Vorteil. Viele Wohnungen gehören der SWG und den Genossenschaften oder werden von ihren Eigentümern selbst bewohnt. Einzelne teure Neubauten bestimmen deshalb nicht allein die Mieten der ganzen Stadt. Gleichzeitig brauchen wir moderne Wohnungen für unterschiedliche Ansprüche. Ein begrünter Innenhof, in dem Regenwasser versickern kann, muss dabei nicht teurer sein als eine vollständig gepflasterte Fläche.

Themenkreis Verkehr und Mobilität: Welchen Weg gehen Sie bei Verkehr und Mobilität in Strausberg?

Für mich ist Mobilität keine einmalige Wende, sondern ein ständiger Anpassungsprozess. Vom Pferdefuhrwerk bis zur Straßenbahn hat sich die Mobilität in Strausberg schon immer weiterentwickelt. Auch heute geht es im Grunde um nichts anderes. Straßen und Wege müssen schlichtweg an das Leben der Menschen angepasst werden. Dabei ist mir wichtig, die Verkehrsmittel werden nicht gegeneinander ausgespielt. Ich plane für Fußgänger und Radfahrer ebenso wie für Pendler, ältere Menschen und alle, die beruflich, familiär oder gesundheitlich auf das Auto angewiesen sind. Konkret heißt das, die vorhandenen Straßen und Wege wieder auf Stand zu bringen, Lücken in den Fuß- und Radverbindungen zu schließen und nach Möglichkeit den Parkraum passend zu den einzelnen Stadtteilen weiterzuentwickeln. Natürlich gehören dazu auch Bäume und Grünflächen entlang von Straßen, Wegen und Parkflächen. Die bereits begonnene Ladeinfrastruktur wird weiter ausgebaut. Mobilität wird nie fertig sein, auch in acht Jahren nicht. Aber jedes Jahr muss sichtbar werden, was verbessert wurde.

Fragen des Kinder- und Jugendparlaments, August 2026

Was tun Sie gegen Diskriminierung, Rassismus oder Mobbing in unserer Stadt? Welche Minderheiten-Gruppe ist in Ihren Augen derzeit ohne Lobby und benötigt am meisten Unterstützung?

Dagegen tue ich eine Menge. Bei „Integration durch Sport“ war ich als Trainer dabei, ebenso bei Rollstuhlbasketball-Aktionen an der Lise-Meitner-Schule. Als ausgebildeter Mediator setze ich mich seit Jahren gegen Mobbing, Rassismus und Ausgrenzung ein. Wer von euch wegen Herkunft, Sprache oder Behinderung schwer Anschluss findet, dem helfe ich.

Wo konkret können Sie sich Jugendtreffpunkte im öffentlichen Raum vorstellen, an denen wir geduldet werden?

Geduldet werden ist zu wenig. Ihr gehört zu Strausberg. Im Kulturpark, an Sportanlagen und auf geeigneten Spielplätzen sollt ihr euch treffen können, auch abends. Wo Regeln Jugendliche unnötig vertreiben, will ich sie ändern. Dafür versprecht ihr mir, achtsam mit den Orten und den Menschen drumherum umzugehen.

Sehen Sie grundsätzlich den Bedarf für zusätzliche Angebote wie einen Jugendclub oder ein Jugendcafé in unserer Stadt? Wie sollten solche Angebote aus Ihrer Sicht ausgestaltet sein und wie würden Sie diese als Bürgermeister*in konkret unterstützen?

Strausberg hat Jugendclubs. Trotzdem passt nicht jedes Angebot zu jedem. Ein Jugendcafé fehlt noch. Dafür sollen vorhandene Räume zu festen Zeiten euch gehören. Theke, Musik und Programm gestaltet ihr selbst. Das Domi in Hegermühle war ein Teil meiner eigenen Jugend. Als Bürgermeister helfe ich, solche Freiräume möglich zu machen.

Nehmen wir an, wir sind bei „Wünsch Dir was“ — Was würden Sie für Kinder in Strausberg errichten bzw. bauen lassen?

Wenn ich frei wünschen dürfte, hätte Strausberg einen Park für Kinder und Jugendliche wie den Volkspark Potsdam. Mit Wasserspielen, Graffiti, Sportflächen und viel Platz zum Treffen und Chillen. Mein Highlight ist der Turm zum Bouldern, Rutschen und drinnen Abhängen. Schaut selbst https://volkspark-potsdam.de/ oder besser Google Bilder Volkspark Potsdam

Haben Sie eine konkrete Idee, wie und wo günstiges und jugendgerechtes Wohnen für Azubis und Studenten geschaffen werden kann, damit junge Menschen nach der Schulbildung in der Region bleiben können?

In meiner Jugend habe ich selbst in einer WG gewohnt. Das geht auch heute. Dazu braucht ihr mich nicht. Was noch fehlt, sind Azubi- und Studentenzimmer auf Zeit. Bett, Schreibtisch, WLAN und Nebenkosten sind schon drin. Gut angebunden und so bezahlbar, dass Ausbildungsvergütung oder BAföG reichen. So ähnlich wie das Modell, das am Flugplatz gerade für Beschäftigte entsteht. Nur eben für euch.

Wie stehen Sie zu selbstangelegten und selbstverwalteten Cross-Strecken in Strausberg? (Eine Cross-Strecke für Roller und/oder BMX, auch Pumptrack genannt, ist ein speziell angelegter, kompakter Rundkurs im Gelände zum Freizeittraining.)

Die Strecke im Kiefernwald kenne ich seit meiner Kindheit. Schon vor 40 Jahren sind wir dort mit BMX-Rädern gefahren. Über viele Jahre ist daraus eine richtig gute Strecke geworden. Für mich gehört sie zu Strausberg. Die soll auch morgen noch da sein, damit ihr dort fahren könnt. Aber Helm auf!

Welche Sport- und Freizeitflächen fehlen Ihrer Meinung nach noch in Strausberg und haben Sie eine Idee, wo diese entstehen könnten?

Strausberg hat bei Sport und Freizeit schon richtig viel. Trotzdem ist manches in die Jahre gekommen oder kaum nutzbar. Gute Böden, offene Tore und Orte zum Treffen und Chillen bringen oft mehr als eine neue Anlage. Fehlt euch trotzdem etwas, zeigt mir, was und wo. Dann schauen wir uns den Ort gemeinsam an.

Kinder lieben Tiere, aber nicht jedes Kind kann/darf ein eigenes Haustier haben. Haben Sie eine Idee, wie der Kontakt von Kindern zu Tieren in Strausberg gefördert werden kann?

Kein eigenes Haustier? Dann müssen die Tiere eben zu euch kommen. Mit dem Hundesportverein Strausberg e.V., Reiterhöfen und Bauernhöfen könnten regelmäßig Tiertage in Strausberg stattfinden. So seid ihr nicht immer auf das Elterntaxi angewiesen. Wenn der Rote Hof wieder mehr Tiere bekommt, wäre er ein perfekter Ort dafür.

Wo sehen Sie Grenzen in der kommunalen Kinder- und Jugendbeteiligung?

Beim Mitreden sehe ich fast keine Grenzen. Wenn euch etwas betrifft, gehört eure Meinung dazu. Entscheiden müssen am Ende die, die dafür Verantwortung tragen. Wenn am Ende anders entschieden wird, habt ihr verdient zu erfahren, warum.

Sind Sie ein Vorbild für uns, und wenn ja, in welchen Bereichen?

Ob ich für euch ein Vorbild bin, entscheidet ihr. Jeder sucht sich Vorbilder nach dem aus, was ihm wichtig ist. Seit Jahren engagiere ich mich für Strausberg und seine Menschen, gerade auch für Kinder und Jugendliche. Helfen macht beide stärker, den, der Hilfe bekommt, und den, der sie gibt. Sagt mir gern, was ihr vorbildlich findet und was ich besser machen kann.